Medikamentenpumpe

Die Medikamentenpumpe oder intrathekale Pharmakotherapie wird eingesetzt bei chronischen Schmerzen, Tumorschmerzen und Spastik.

Die intrathekale Pharmakotherapie über Implantation eines Katheter-/Pumpensystems wurde als Ergänzung zu der WHO-Empfehlung 1985 vorgestellt. Die ersten Erfahrungen waren bei Tumorschmerzen mit Gabe von Morphin und vor allem bei Spastikpatienten mit Gabe von intrathekalem Baclofen. Inzwischen sind in unserer Klinik bei allen Indikationen über 2.500 Patienten behandelt worden.

Intrathekale (rückenmarksnahe) Medikamententherapie bei chronischen Schmerzen

Nach Implantation zunächst eines Katheters in den Hirnwasserraum (Liquor) an der Lendenwirbelsäule wird zunächst über eine externe Pumpe die Wirkung von verschiedenen Medikamenten ausgetestet. Als Medikament der ersten Wahl gilt nach wie vor in 90% der Fälle Morphin, alternativ kann man andere Opioide, wie Hydromorphon oder Sufentanil austesten bzw. auch das Nichtopoid Ziconotide (Prialt). Unter regelmäßiger Dosisanpassung wird die Wirkung im Vergleich zu Nebenwirkung kritisch von Seiten des Patienten, des Personals und der Physiotherapie und der Ärzte festgehalten. Bei einer guten Linderung von mehr als 50% und fehlenden Nebenwirkungen wird dann der Katheter in einer zweiten Operation an eine in das Unterhautfettgewebe des Bauches implantierte elektronische oder gasdruckbetriebene Pumpe (Constant Flow Pump) angeschlossen. Die Dosisanpassung die Pumpenfüllungen werden regelmäßig in unserer speziellen Ambulanz durchgeführt. Die Pumpenbefüllung erfolgt durch ein Septum in der implantierten Pumpe durch die Haut je nach benötigter Dosis in regelmäßigen Abständen.

Intrathekale Medikamententherapie bei Tumorschmerzen

Mehr als 20% der Tumorpatienten müssen leider mit Schmerzen leben und auch sterben. Alternativ zu der optimalen medikamentösen Therapie, die entweder nicht gut wirkt oder wenn die Nebenwirkungen überwiegen, wird die intrathekale Opioid-Therapie über eine Pumpe durchgeführt. Hierzu erfolgt die Operation in einem Schritt, d.h. Katheter und Pumpe werden in einer Operation implantiert und die Dosisanpassung erfolgt dann über die Pumpe.

Intrathekale Therapie bei Spastik

Seit 1985 wird mit Erfolg die intrathekale Baclofen-Therapie (ITB) mittels implantierbarer Pumpe in unserer Klinik durchgeführt. Die Indikationen sind spinale und zerebrale Spastik, therapieresistent, wenn die Lebensqualität und die Physiotherapie nicht gewährleistet sind. Die Ziele werden realistisch diskutiert. Da die Baclofen-Therapie die Spastik nur beeinflusst und nicht die motorischen Ausfälle. Auch hierzu werden Katheter und Pumpe in einem Schritt implantiert, da bis jetzt keine Versager zu registrieren waren. Eine Bolus-Applikation (einmalige Gabe von Baclofen) zur Kontrolle der Wirkung vonseiten des Patienten und der Angehörigen gemeinsam mit den Physiotherapeuten kann in einzelnen Fällen auf Wunsch des Patienten durchgeführt werden. Es kann zu einer Besserung bzw. Reduktion der Spastik kommen mit Verbesserung der Lebensqualität und des Alltags.

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